Uns erreichte jüngst eine E-Mail aus Haßbergen mit vielen Fragen zum Bürgerbegehren bzw. Bürgerentscheid. Um auch für die Leser unserer Homepage wieder etwas mehr Licht ins Dunkel zu bringen, veröffentlichen wir hier die Antwort.

Hallo,

wir müssen sagen, dass wir es sehr erschreckend finden, wie verwirrt die Leute deshalb [aufgrund des Bürgerbegehrens] sind.
Natürlich wollen die meisten nicht, dass die Schulen geschlossen werden. Deshalb wollen wir ja auch gerne einen Bürgerentscheid machen. Damit auch wirklich JEDER Einwohner der Samtgemeinde eine Stimme für oder gegen den Erhalt der Grundschulen geben kann.
Tatsache ist: Der Ratsbeschluss lautete (Auszug): "Die Grundschulen der Samtgemeinde Heemsen werden zusammengeführt."
Diese Aussage ist ganz klar und eindeutig. Und daran gibt es auch keinen Zweifel.
Ja, es wurden im Nachhinein Kriterien für Haßbergen festgelegt, die zu einer Schließung führen, z.B. wenn Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen erforderlich sein werden. Aber diese Kriterien setzen nur den Zeitpunkt der Schließung fest. Sie ändern nichts an dem Beschluss, dass auch die GS Haßbergen in Heemsen zusammengeführt wird. Das wird definitiv passieren. Auch wenn die Ratsleute diese Tatsache nun gerne zu ihren Gunsten verdrehen wollen.
 
Und nun kommen wir. Wir wollen gern, dass die Einwohner der Samtgemeinde selbst über den Fortbestand oder die Zusammenführung der Schulen bestimmen.
Ein Bürgernetscheid ERSETZT den getroffenen Ratsbeschluss. 
Und dieser Satz ist ganz wichtig. Das beudetet nämlich für Haßbergen, dass auch die Auflagen für die Schließung der GS Haßbergen wegfallen. Somit hätte die Schule ohne jeden Zweifel einen gesicherten Bestand.
Ein positiver Bürgerentscheid ist außerdem 2 Jahre lang unantastbar. Das bedeutet, der Rat hat keine Möglichkeit, diesen in der Zeit zu ändern.
Nach 2 Jahren könnten sie das theoretisch wieder in Angriff nehmen, allerdings ist es sehr zweifelhaft, ob sie sich das trauen würden, wenn Haßbergen und Drakenburg jetzt wirklich KOMPLETT zusammenhalten und an einem Strang ziehen. 
Wir haben zusammen die Mehrheit an Bürgern in der Samtgemeinde und das wissen die auch ganz genau. Deshalb spielen die uns gegeneinander aus. Wenn Haßbergen jetzt nämlich der "Lüge" glaubt, dass der Rat die Schule nicht schließen wird, werden sie gegen den Entscheid stimmen.
Und damit hätte die Verwaltung ihr Ziel erreicht. Drakenburg allein schafft es nicht. Und Haßbergen allein ebenso wenig.
"Teile und Herrsche" heißt es so schön. Man gewinnt eher gegen 2 kleine Gruppen, als gegen eine große.
 
Zu Ihrer Frage:
Die Zustände mit der Lehrerversorgung in Drakenburg ist ein Blick in die Zukunft für Haßbergen.
Die Verwaltung und die Landesschulbehörde (LSB) haben die GS Drakenburg am langen Arm verhungern lassen.
Die alte Besatzung an Lehrerinnen ist nach und nach in Pension gegangen und es wurden von der LSB einfach keine neuen Kräfte geschickt.
Nur Abordnungen. Irgendwann waren fast alle festen Lehrkräfte in Pension und es waren viele Abordnungen da. Die genaue Anzahl kennen wir nicht. Allerdings muss man dazu sagen, dass einige der Abordnungen mit ihren vollen Stunden da waren, also eigentlich wie eine feste Lehrkraft.
Die Zustände waren oder sind schlimm, allerdings nicht ganz so schlimm, wie es gerne weitergegeben wird. 
Ca. Anfang 2018, hatte die GS eine kommissarische Schulleitung und es gab 5 Lehrerinnen, die sich gerne an die GS versetzen lassen wollten.
Eine hat es durchgezogen und ist seit März 2019 die einzige feste Lehrkraft an der Schule. 
Eine weitere wurde unseres Wissens nach Haßbergen versetzt.
Die anderen wurden verständlicherweise von der drohenden Schließung abgeschreckt und wollten nur bei einem gesichertem Fortbestand in Drakenburg anfangen. Vollkommen verständlich.
Diese Sicherung wollte aber niemand aussprechen und dann kam im Februar 2019 ja - Überraschung - der Beschluss zur Schließung.
Trotz der Aussicht auf neue Lehrer für die GS Drakenburg. Trotz der tollen Aufstellung der GS in Haßbergen. Trotz der Proteste der Eltern.
 
Sollten wir den Bürgerentscheid erreichen und "gewinnen" werden wir uns aktiv um neue Lehrkräfte bemühen.
Und laut Prognosen wird es in den nächsten Jahren immer mehr Lehrkräfte auf dem Markt geben. Im Laufe des Jahres 2024 rechnet das Kultusministerium sogar mit einer beständigen Überversorgung an Lehrkräften.
Folgendem Diagramm können Sie die Zahlen der Kultusministerkonferenz entnehmen:
 
Achso, angefangen hat das "verhungern lassen" übrigens damit, dass es kein Geld mehr für Anschaffungen wie neue Tafeln (Whiteboards) oder Reparaturen gab.
Na, sehen Sie die Parallele??
 
Vielleicht überdenken Sie Ihre Meinung zu dem Bürgerentscheid ja noch einmal. Wenn es diese Ängste in Haßbergen gibt, liegt das an der schlechten Aufklärung über die Fakten. Wir sind übrigens auch auf facebook mit 2 Seiten vertreten, auf denen wir gerne Fragen beantworten.
"Haßbergen - Ja zur GS" und "Drakenburg - Ja zur GS".
 
Mit freundlichen Grüßen
IG Ja zur GS